Viel Plastik in Grünabfällen – warum das ein Problem ist

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Viel Plastik in Grünabfällen – warum das ein Problem ist

Viel Plastik in Grünabfällen – warum das ein Problem ist

Wer einen eigenen Garten hat, weiß, wie viel Grünabfall im Laufe eines Jahres anfällt. Der Zweckverband für Abfallbeseitigung stellt für die Entsorgung von Grünschnitt, Laub und Ästen zahlreiche Container zur Verfügung. Leider kommt es immer wieder vor, dass nicht nur Pflanzenreste in den Grünabfallcontainern landen, sondern auch Plastiksäcke und Pflanztöpfe aus Kunststoff sowie zahlreiche andere Abfälle, die dort nichts zu suchen haben.

Dies ist im Recycling-Prozess problematisch. Denn der Grünschnitt landet nicht – wie Restmüll und Sperrmüll – in der Müllverbrennungsanlage, sondern wird in Iserlohn-Sümmern und teilweise noch in Folgeanlagen für eine anschließende Verwertung als Düngemittel oder Bodenverbesserer aufbereitet. Und da haben Kunststoffreste natürlich nichts zu suchen. Denn diese könnten sich später auf den Äckern der Landwirte oder in Blumenerden wiederfinden.

Jochen Lippross, Bereichsleiter Biomasse bei der Firma Lobbe, erläutert den Aufbereitungsprozess für den Grünabfall: „Im ersten Schritt werden größere Teile wie Säcke und Pflanztöpfe händisch von Mitarbeitern aussortiert. Hierbei kommen durchaus schon beachtliche Mengen zusammen.“  Vor allem im Frühjahr und Sommer werden zahlreiche Pflanztöpfe herausgeholt. Immer wieder dabei sind Kunststoffsäcke, Plastikfolien oder auch mit Holzschutzmitteln behandeltes Holz, das im Grünabfall ebenfalls nichts zu suchen hat.

Im nächsten Schritt wird der Grünabfall nur grob zerkleinert, um Kunststoffteile möglichst groß zu belassen und dann durch ein Sieb geschickt. Die Feinfraktion kann im günstigsten Fall, wenn alle Grenzwerte für Kunststoffpartikel und Schadstoffe eingehalten werden, direkt und möglichst ortsnah als Düngemittel an landwirtschaftliche Betriebe ausgeliefert werden. Die Grobfraktion muss jedoch in entferntere Kompostwerke abtransportiert werden. Dort werden die Kunststoffanteile mit sehr hohem technischen und energetischen Aufwand entfernt. Muss man beispielsweise ein feineres Sieb verwenden, um noch kleinere Kunststoffteile entfernen zu können, wird im gesamten Prozess weit mehr als der doppelte Energieeinsatz notwendig. Der ökologische Nutzen sinkt und die Kosten für die Aufbereitung steigen, was sich letztendlich auch auf die Abfallgebühren niederschlägt.

Das übergeordnete Ziel der Aufbereitung und Verwertung des Grünabfalls ist Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Doch je mehr Aufwand betrieben werden muss, um Plastik und andere Stoffe aus dem Grünabfall zu entfernen, desto weniger effizient ist das. „Dieses System ist ökologisch beispielhaft. Aber es lebt davon, dass alle mitmachen“, fasst Jochen Lippross den Aufbereitungsprozess zusammen. Daher appelliert Jochen Lippross an die Bürgerinnen und Bürger, beim Entsorgen von Grünabfall darauf zu achten, dass ausschließlich Grünabfall in die Container geworfen wird. Kunststoff und andere nicht verwertbare Abfälle haben dort nichts zu suchen.