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2017
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Archive for: September

Azubis starteten mit Workshops zum Kennenlernen

Iserlohn. Die strahlenden Gesichter der Berufsanfänger und der Lobbe-Mitarbeiter zeigen: 39 Azubis und Lobbe haben in diesem Jahr den perfekten Partner für den zukünftigen Beruf gefunden. Angesichts des Fachkräfte-Mangels ist Lobbe stolz, eine Vielzahl von Auszubildenden begrüßen zu können. Erstmals stehen den kaufmännischen Auszubildenden auch „Paten“ für alle Fragen und Informationen an der Seite.

Das Thema Umweltdienstleistungen steht bei der Berufswahl hoch im Kurs. Es ist ein Beruf mit Zukunft – das belegt eine kürzlich durchgeführte Studie „Deutschlands beste Jobs mit Zukunft“ vom Magazin Focus. „Daher gilt ein Beruf in unserer Branche als zukunftsfähig und für den persönlichen Lebensplan auch als verlässlich – zwei wichtige Bedingungen für junge Menschen“, weiß Ernst-Peter Rahlenbeck, Geschäftsführer der Lobbe Holding. Zudem, so Rahlenbeck, sei der Umgang mit modernster Technik ein weiterer Anreiz für den Berufseinstieg im Bereich Umweltdienstleisungen. „Wir bieten bei entsprechender Leistung sowohl Übernahmechancen als auch sehr gute Aufstiegsmöglichkeiten“. Denn Lobbe bildet grundsätzlich für den eigenen Bedarf aus.

Die jungen Leute sind hoch motiviert; sie erhielten eine Einführung von verschiedenen Abteilungsleitern und nahmen an mehreren Workshops teil. Viele hatten sich sichtlich fundierte Gedanken gemacht, wie der Umstieg von der Schulbank ins Berufsleben aussieht, was verantwortliches Handeln und Teamarbeit bedeuten. Das abschließende, gemeinsame Mittagessen mit der Gesellschafterfamilie Edelhoff und den Lobbe-Führungskräften war für alle ein gelungenes Highlight, bevor es in die einzelnen Abteilungen ging.

Die diesjährigen Auzubis absolvieren eine Ausbildung zum Berufskraftfahrer (16), Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice (11), Industriekaufmann (5), Kfz-Mechatroniker (3), Industriemechaniker (2), Kaufmann für Büromanagement (1) und Informatikkaufmann (1). Mit den neuen Berufseinsteigern werden bei Lobbe aktuell insgesamt 100 Nachwuchskräfte ausgebildet.

Gelsenkirchen  – Kunstfasern, Waschmittel, Dämmstoffe oder Arzneimittel werden aus ihnen hergestellt – hochreine Substanzen wie Benzol, Toluol, Xylol und Arsol. Diese Chemikalien produziert Arsol Aromatics in einer großen Anlage mitten im Ballungsraum Ruhrgebiet.   Zu den hohen Standards von Arsol Aromatics gehört auch die Revision seiner zahlreichen Destillationskolonnen, Wärmetauschern und Behältern einmal im Jahr. Dazu kam die Produktion zum Stillstand und Lobbe rückte zur Reinigung der Anlage an, bevor Instandsetzungs- und Wartungsarbeiten stattfinden konnten. Lobbe hat im Rahmen des Revisionsauftrages in fünf Tagen und Nächten im Schichtdienst mit robotergestützter Technik die Reinigung der Anlage vorgenommen. Der Roboter kann allerdings nicht nur „putzen“, der angeschlossene Rechner zeichnet zugleich den Reinigungsvorgang auf.

Hochdruckwasser in Überschallgeschwindigkeit

Insgesamt acht Wärmetauscher mit je mehreren Hundert Rohren, verschiedene Tanks und Rohrleitungen standen auf dem Einsatzplan. Lobbe setzte hauptsächlich Wasserhochdrucktechnik ein – mit einem Druck von bis zu 2.500 Bar, das in Überschallgeschwindigkeit aus den Düsen austritt. Zum Vergleich: ein Gartenschlauch kommt auf ganze 4 Bar, ein haushaltsüblicher Hochdruckreiniger auf 130 Bar. Neben der manuellen Arbeit mit der Hochdruckpistole gegen Ablagerungen auf Rohrleitungen kam der Tankwaschkopf zum Einsatz: der an einen Hubschrauber erinnernde Waschkopf schwebt förmlich in dem Behälter und kann mit seinen vier Hochdruckdüsen dreidimensional reinigen, ohne dass ein Facharbeiter in den Tank hineinklettern muss.

 

 

Roboter ist schnell und gründlich

Für die Reinigung von über Tausend Rohren mit einem Durchmesser einer 1-Euro-Münze von jeweils sechs bis acht Metern Länge greift Lobbe Industrieservice auf eine speziell hierfür konzipierte Technologie zurück. Beim Robotized Lance Frame (RLF) wird zunächst ein Rahmen (Frame) mit drei Achsen (Breite, Höhe, Tiefe) aufgebaut, an dem sich der Antrieb für die Hochdruckschläuche bewegt. Gesteuert wird das System mittels eines Rechners. Jeweils bis zu drei Stahlschläuche reinigen unter Hochdruck die Rohre. Der Vorteil dieses Verfahrens: Es können jeweils drei Rohre zugleich gereinigt werden, ein Computer zeichnet den Reinigungsvorgang auf und der Facharbeiter befindet sich außerhalb des Gefahrenbereiches. Dieser steuert mittels Fernbedienung punktgenau die nächste Position für den RLF an. Welche Position das ist, weiß der Computer, der sich in einem wassergeschützten Gehäuse befindet. Im gleichen Arbeitsschritt wurde das Spülwasser mit einem speziellen Saugdruckwagen aufgenommen und später fachgerecht entsorgt.

Fünf Tage und vier Nächte

Insgesamt wurde die gesamte Reinigung in nur fünf Tagen und vier Nächten abgeschlossen. All das diente dem Erhalt des hohen Sicherheitsstandards von Arsol Aromatics. Nach Ende der Arbeiten erfolgte die Abnahme durch den TÜV Nord.

arsol aromatics

Die Arsol Aromatics GmbH & Co. KG stellt chemische Grundstoffe aus Rohbenzol her, welches in den Kokereien ihrer Gesellschafter und weiterer Kokereibetreiber aus aller Welt erzeugt wird. Die Wurzeln von Arsol Aromatics reichen bis in das Jahr 1898 zurück, als Kokereibetreiber den Benolverband (B.V.) gründeten. In der hochmodernen Anlage werden unter strengsten Umweltauflagen hochreine Chemikalien hergestellt, die von den Kunden in der chemischen Industrie zu vielfältigen Produkten für den täglichen Gebrauch weiter verarbeitet werden.

Über Lobbe

Lobbe ist ein mittelständisches, familiengeführtes Unternehmen im Bereich technische Dienstleistungen. Das erfolgreiche Unternehmen umfasst die Bereiche Industrieservice, Abfallentsorgung, Sanierung, Kanaldienstleistungen und Havariemanagement. Bundesweit zählt Lobbe 1.800 Beschäftigte an über 40 Standorten. Lobbe erwirtschaftet jährlich 260 Millionen Euro (Stand 2016).

Tim Rahlenbeck, Prokurist Lobbe Industrieservice, überreicht Sebastian Schulz ein Geschenk für sein Engagement. Stolz sind auch Lisa Stalp (Personalleiterin), Wernfried Steinau (Betriebsleiter) und Christian Melchert (Ausbildungsleiter).

Mit dem WeGebAU-Programm ermöglicht die Agentur für Arbeit 11 berufserfahrenen Beschäftigten von Lobbe Industrieservice einen Berufsabschluss und damit eine bessere Beschäftigungsperspektive.

Schulbank drücken, über Büchern büffeln und statt Grillabenden sind Lerngemeinschaften angesagt. Was für einen 15-jährigen normal ist, war für die Kandidaten, die nach vielen Jahren der Berufstätigkeit im Nachhinein ihren Facharbeiter-Brief machen wollten, schon etwas Besonderes. „Auch wir spüren die Auswirkungen des Mangels an qualifizierten Arbeitskräften. Daher haben wir uns entschlossen, neue Lösungswege zu beschreiten“, sagt Lisa Stalp, Personalleiterin bei Lobbe Industrieservice.

Unterstützung fand das Unternehmen beim gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur für Arbeit und jobcenter Duisburg mit einer Beratung zum WeGebAU-Programm. Mit der „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer/innen in Unternehmen“ besitzt die Agentur für Arbeit Duisburg eine Fördermöglichkeit, deren Abkürzung WeGebAU gleichzeitig Programm ist. Petra Neu, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Duisburg umschreibt das Programm so: „Die Agentur für Arbeit kann damit Beschäftigten einen Weg zu einem besseren Qualifikationsniveau und Unternehmen einen Weg zu qualifiziertem Personal bauen. Wir fördern wie bei Lobbe Industrieservice zum Beispiel die Vorbereitung von ungelernten Beschäftigten auf die Abschlussprüfung vor der zuständigen Kammer. Das Unternehmen erhält auf diese Weise neue Fachkräfte und die Beschäftigten schaffen sich mit dem Facharbeiterabschluss eine bessere berufliche Perspektive. Denn es ist bekanntermaßen so, dass Fachkräfte viel seltener arbeitslos werden oder – wenn es einmal zu einer Entlassung kommt – schneller wieder eine Neuanstellung finden. Mein Glückwunsch zum Durchhaltevermögen und erfolgreichen Abschluss an die neuen Fachkräfte!“

Lobbe Industrieservice hat teils langjährige, angelernte Arbeitskräfte dabei unterstützt, ihren qualifizierten Abschluss nachzuholen. Insgesamt 11 Kandidaten verfügen jetzt über einen anerkannten Berufsabschluss als Fachkraft für Rohr-, Kanal- und Industrieservice. Sebastian Schulz, 46-jähriger Familienvater, ist einer von ihnen: „Klar hat man das Wissen nach so vielen Berufsjahren – und trotzdem war es mir wichtig, endlich einen ordentlichen Abschluss zu haben, um meinem Sohn ein Vorbild zu sein.“ Schulz ist Vater zweier Söhne, einer von ihnen ist acht Jahre alt und macht sich bereits Gedanken über seine Berufswahl. Auf die Frage: „Papa, was bist Du denn?“ immer nur mit einem verlegenen Schulterzucken zu antworten, das wollte Sebastian Schulz nicht mehr. Also entschloss sich der 46-jährige, noch einmal die Schulbank zu drücken und fand: „das war gar nicht so schlimm, wie ich erst befürchtet habe!“. Jetzt ist Sebastian Schulz zu Recht stolz auf sich – neben dem Facharbeiter-Abschluss gibt es für ihn noch eine Portion Selbstbewusstsein gratis dazu. „Ich würde das jederzeit noch einmal machen“, resümiert er.

Die Kandidaten eigneten sich innerhalb eines guten Jahres die Fachkenntnisse an, die üblicherweise in der Ausbildung in drei Jahren unterrichtet werden – also musste eine Menge Lernstoff in kurzer Zeit bewältigt werden. „Wir haben uns samstags in der Firma getroffen und gemeinsam gelernt – das hat motiviert. Und für den theoretischen Unterricht hat uns Lobbe ja auch freigestellt“, berichtet David Bürks. Auch er hatte mit 29 Jahren schon längst die Schulbank hinter sich gelassen. „Die Chance, einen richtigen Abschluss mit der Unterstützung des Arbeitgebers zu machen, wollte ich mir nicht entgehen lassen.“ Bürks kam durch eine Zeitarbeitsfirma zu Lobbe und war dort seit 2013 fest angestellt – allerdings als ungelernte Kraft. „Die Prüfung war wirklich nicht leicht, besonders Mathe hat mir Kopfzerbrechen bereitet“, sagt der Vater von zwei Jungen. „Aber das eine Jahr ging wirklich schnell um. Jetzt kann ich richtig stolz auf mich sein“.

Lisa Stalp, Wernfried Steinau (Betriebsleiter) und Christian Melchert (Ausbildungsleiter) betreuten die Kandidaten engmaschig und zitterten mit ihnen: „Diejenigen, die wirklich Respekt vor der Prüfung hatten und mit sich kämpfen mussten, haben sogar mit Bravour bestanden – und darüber freuen wir uns am Meisten!“ Und nicht nur die frisch gebackenen Fachkräfte können stolz sein. Lobbe freut sich über erfahrene Mitarbeiter, die die Abläufe und Gegebenheiten der Kunden kennen und jetzt auch ihren Abschluss in der Tasche haben.

Dietmar Faust, Projektleiter des Bildungsträgers arvaport Dienstleistungsgesellschaft mbH, beschreibt die Voraussetzungen, die für ein Gelingen des Projekts wichtig waren: “Möglich wurde dieser Erfolg nur durch die verknüpfte Nutzung besonderer bildungs- und förderpolitischer Gegebenheiten, die leider immer noch zu wenig bekannt sind. Doch von entscheidender Bedeutung war die Motivation der Teilnehmer und die Bereitschaft der Firma Lobbe, ein solches Bildungsprojekt für ihre Arbeitnehmer einfach mal anzugehen, etwas, was wir leider nicht immer antreffen. Nur der engen und kompetenten Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeber, der Agentur für Arbeit in Duisburg und der arvaport GmbH ist es zu verdanken, dass wir den Mitarbeitern der Firma Lobbe überhaupt eine derart passgenaue und zielgerichtete Nachqualifizierungsmaßnahme anbieten konnten. Das nun abschließend erzielte Ergebnis ist nicht nur aller Ehren wert, sondern eine Bestätigung dafür, dass durch das engagierte Zusammenarbeiten der Beteiligten solche Ergebnisse erzielt werden können. Es freut uns besonders für die Teilnehmer, die doch etwas aufgeregt in die Maßnahme gestartet waren und nun den verdienten Lohn der Mühe erhalten haben. Herzlichen Glückwunsch dazu.“

Information von Lobbe Industrieservice zum Unternehmen: Lobbe leistet konsequenten Service rund in den Bereichen Sanierung, Industrieservice und Entsorgung. Umwelt- und Ressourcenschonung sind dabei Themen, die immer wichtiger werden. Lobbe ist im Bereich Umweltdienstleistungen ein innovatives, technikorientiertes Unternehmen mit über 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das mittelständische Familienunternehmen hat den Grundsatz, für den eigenen Bedarf auszubilden.


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