HEISS-PASSIVIERUNG
Rost begünstigt Butadienveränderung
Bei der Lagerung sowie Verarbeitung und Aufarbeitung von Butadien begünstigt Rost als Sauerstoffträger die Peroxid-/Polymerbildung. Das „Plastic-Polymer“ - ein eher gummiartiges Polymer - bildet sich bevorzugt in der Flüssigphase des 1,3-Butadien. Demgegenüber entsteht das feste, weiße „Popcorn-Polymer“ in der Gasphase. Das Wachstum des Popcorn-Polymers ist selbstinitiierend, das heißt, ein einmal entstandenes Polymer wächst immer rascher weiter.
Popcorn-Polymer ausschalten
Insbesondere durch das Popcorn-Polymer werden Verstopfungen hervorgerufen, unter ungünstigen Umständen können Leitungen und Behälter bersten. Bei Verwendung von unlegiertem Stahl als Baumaterial für Systeme, die 1,3-Butadien führen sollen, muss also das Vorhandensein von Sauerstoff(-trägern) im System ausgeschlossen werden.
Passivierung mit Natriumnitrit
Neben einer ausreichenden Stabilisierung des 1,3-Butadiens ist die Rostentfernung (Beizung) und anschließende Passivierung gerade bei Neuanlagen ein entscheidender Schritt, um eine ungewollte Polymerbildung auszuschließen. Die Beizung ist problemlos mit Zitronensäure oder anderen Säuren möglich. Entsprechend der erwähnten Zielsetzung, den Eintrag von Sauerstoffträgern zu vermeiden, wird die bei der Beizung entstandene aktive Oberfläche nicht mit Wasserstoffperoxid (Sauerstoffradikale) passiviert, sondern stattdessen mit Natriumnitrit. Um die Reaktion zu beschleunigen, ist die Nitritlösung mindestens 90 Grad Celisius heiß. Der Prozessfortschritt wird ständig durch Laboranalysen kontrolliert. Probenahme und Analytik realisiert Lobbe direkt vor Ort, so ist eine Echtzeitkontrolle gegeben.


