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Zwischenbericht bestätigt Erwartungen zum Pilotprojekt SiB
Iserlohn. Nach einer gut halbjährigen Laufzeit des Pilotprojektes „Sack im Behälter“ (SiB) liegt jetzt der Zwischenbericht der mit der Auswertung betrauten Institute, Institut für Entsorgung und Umwelttechnik gGmbH (IFEU) sowie dem Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management GmbH (INFA) vor. Die bei Projektstart im Januar 2007 von den Beteiligten formulierten Erwartungen werden durch die positiven Ergebnisse des Zwischenberichtes bestätigt.
Bundesweit wird das Phänomen der sogenannten Fehlwürfe beklagt; Restmüll und Papier landen in der für Leichtverpackungen (LVP) vorgesehenen Gelben Tonne bzw. dem Gelben Sack und verhindern so die Erfüllung essentieller Qualitätsansprüche, die für eine Verwertung von Wertstoffen erforderlich sind. Die Projektverantwortlichen des Pilotprojektes SiB, der Zweckverband für Abfallbeseitigung (ZfA), die Stadt Iserlohn, der Märkische Kreis und Duales System Deutschland GmbH (DSD) erhofften sich beim Start des Pilotprojektes eine wesentliche Verbesserung in diesem Bereich. Tatsächlich haben die bisherigen Kontrollanalysen ergeben, dass im LVP-Bereich sowohl der Restmüllanteil als auch der PPK-Anteil (Papier, Pappe, Kartonagen) deutlich zurückgegangen ist. Während die Menge in den Gelben Tonnen im Versuchsgebiet im Jahr 2006 durchschnittlich bei 40 kg/Einwohner lag, weist der Zwischenbericht einen Rückgang auf 20 kg/Einwohner aus. Ursächlich hierfür ist wie erwartet, dass bei ausreichendem Restabfall-Gefäßvolumen bzw. Anzahl grauer Säcke in Verbindung mit einem verkürzten Abfuhrrhythmus die Menge der Fehlwürfe reduziert und dementsprechend die Qualität der erfassten Wertstoffe gesteigert werden kann.
Auch hinsichtlich der Systemakzeptanz haben sich die Erwartungen des Entsorgungsunternehmens Lobbe als Initiator des Pilotprojektes bestätigt. Die Akzeptanz durch den Bürger ist eine elementare Voraussetzung für die praktische Umsetzung. Daher werden Bürgerreaktionen sorgfältig gesammelt und ausgewertet. Hierzu wurden bislang die Meldungen über die Service-Hotline und die Ergebnisse einer im März durchgeführten Befragung zur Brauchbarkeit der SiB-Säcke ausgewertet. Dabei wurden 120 Haushalte (entspricht 2,73% der gesamten am Versuch teilnehmenden Haushalte) zur Eignung und Benutzerfreundlichkeit der eingesetzten Säcke befragt. Überwiegend wurden die für den Versuch gewählten Sackgrößen als passend bewertet. Allerdings wurden bei den gelben und blauen Säcken vereinzelt herstellerbedingte Qualitätsmängel festgestellt, auf die entsprechend früh reagiert werden konnte. Eine repräsentative Umfrage zur Systemakzeptanz ist im Projektverlauf für Oktober 2007 eingeplant, dennoch wurde im Rahmen der geführten Interviews um eine vorläufige Einschätzung in Anlehnung an das Schulnotensystem gebeten. 92% der Befragten gaben dem SiB-System die Noten sehr gut, gut oder befriedigend.
Zusammenfassend bestätigt der Zwischenbericht eine reibungslose Systemumstellung sowie einen Projektstart ohne negative Begleiterscheinungen für die teilnehmende Bevölkerung.
Bevor voraussichtlich im März 2008 endgültige belastbare Ergebnisse vorliegen, die dann auch eine wirtschaftliche Bewertung ermöglichen, sind im Projektverlauf noch einige wesentliche Schritte vorgesehen. Dazu gehören zum Beispiel Versuche, die Sammlung der PPK-Fraktion mit Säcken aus Papier durchzuführen. Ein ganz wesentlicher Punkt in diesem Pilotprojekt ist natürlich die Anlagentechnik. Für die Dauer des Versuches wird die Sacksortierung händisch vorgenommen. Zwar haben im Vorfeld erfolgreiche Sortierversuche mittels Nahinfrarot (NIR)-Technik stattgefunden, diese lassen jedoch keine ausreichenden Rückschlüsse auf eine flächendeckende technische Umsetzung des SiB-Systems zu. Deshalb sind im weiteren Projektverlauf Sortierversuche auf einer Großanlage mit NIR-Technik vorgesehen.
Die Ansprüche aller Beteiligten an das Pilotprojekt SiB sind hoch, schließlich geht es um einen sehr sensiblen öffentlichen Bereich. Die bisherigen Ergebnisse lassen auf jeden Fall den Schluss zu, dass SiB mit dem notwendigen KnowHow konzipiert und der entsprechenden Professionalität umgesetzt wurde.
Kontakt:
Lobbe Entsorgung GmbH
Herbert Nüdling, Projektleiter
Hegestück 20
D-58640 Iserlohn
Tel.: +49 23 71 - 434 - 189
Fax: +49 23 71 - 434 - 277
herbert.nuedling(at)lobbe.de
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