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Säureharzteer tiefgefroren

Duisburg. Die Aufgabe war die Förderung und Entsorgung von Säureharzteer im Bereich eines defekten Sicherungsbauwerks. Wie Lobbe in der September-Ausgabe des Kunden- und Mitarbeitermagazins „TatSachen“ berichtet, betreuten zunächst die Lobbe-Niederlassung Iserlohn und die Lobbe Tankschutz GmbH das Thema, bis es für die Umsetzung einer einzigartigen Lösung an die Niederlassung Berlin / Brandenburg ging.
 
Teer-Deponien, heißt es in den TatSachen, sind grundsätzlich ökologisch problematisch, da sie unablässig Kohlenwasserstoffe in die Umwelt abgeben. Nach dem Niedergang der Kohle- und Stahlindustrie war es öffentliche Aufgabe, dieses Problem zu lösen. Viele Deponien wurden saniert, in dem sie eingekapselt wurden. Der Teer-Abfall an sich verblieb in diesen Fällen jedoch am Standort.
 
In Duisburg ergab sich bei einer nach diesem Verfahren vorgenommenen Deponie-Sicherung im Jahre 2001 weiterer Handlungsbedarf. Über den Rand einer Deponiewand trat unter einer noch nicht fertiggestellten Abdeckung Säureharzteer aus und gelangte auf die Oberfläche eines ungesicherten Nachbargeländes. Die Analysedaten: Flammpunkt 2,6 Grad Celsius, ph-Wert von 1,3 sowie etwa 120000 mg aromatische Kohlenwasserstoffe pro Kilo und ein Anteil freier Schwefelsäure von 13 Prozent.
 
Lobbe löste das Problem mit einem neuen verfahren: Der zähplastischen Säureharzteer wurde mit Stickstoff beaufschlagt und gleichzeitig tiefgefroren. Zwei Ziele wurden damit erreicht: Es konnten keine explosiven Gemische mehr entstehen und der Teer versprödete, so dass er entnommen werden konnte. Weiterer entscheidender Schritt: Um die freie - ätzende - Schwefelsäure zu neutralisieren, wurde der Teer vor der Entnahme mit der Lobbe-Vertikalfräse konditioniert. Der tiefe Frost im Teer verhinderte, dass die entstehende Neutralisationswärme im Produkt zu einem übermäßigen Temperaturanstieg führte.
 
Entsorgt wurde der gesamte ausgetretene Teer bei der Gesellschaft für Sonderabfall, GSB, in Bayern. Die GSB-Verbrennungsanlage verfügt über einen separaten Stickstoffbunker für die Zwischenlagerung.
 
Planmäßig Mitte Mai 2004 beendete Lobbe die Arbeiten. 

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