ARTIKEL // PRESSE
Kritischer Blick in Gelbe Tonnen
Iserlohn. Der drastisch gestiegene Anteil an Fehlwürfen in den Gelben Tonnen zwingt Lobbe Entsorgung, künftig verstärkt die Befüllung der Behälter zu kontrollieren. Das Entsorgungsunternehmen ist gemeinsam mit dem Zweckverband für Abfallbeseitigung (ZfA) als ARGE durch das Duale System Deutschland (DSD) mit der Sammlung und Sortierung der Leichtverpackungen im Märkischen Kreis beauftragt. Im Rahmen der vertraglichen Verpflichtungen gegenüber DSD ist die ARGE gehalten, gegen Fehlbefüllungen vorzugehen. Dieser Verpflichtung wird konsequent nachgekommen, erläuterten die Teilnehmer einer Pressekonferenz mit Vertretern des Entsorgungsunternehmens, des Dualen Systems Deutschland und der Kommunen Altena, Balve, Hemer, Iserlohn, Menden, Nachrodt-Wiblingwerde, Plettenberg und Werdohl in den Räumen der SASE am 31.01.06 in Iserlohn.
Beginnend mit dem 06.02.06 erfolgt deshalb in den genannten Kommunen eine Kontrolle auf Fehlbefüllungen der Gelben Tonnen. Werden Fehlbefüllungen festgestellt, wird der Behälter nicht geleert, sondern mit einem roten Aufkleber versehen, der auf eine notwendige Nachsortierung hinweist. Erfolgt bis zur nächsten turnusmäßigen Abfuhr keine Nachsortierung seitens des Anschlussnehmers, wird der Behälter eingezogen.
Der Anschlussnehmer wird dann über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten von der Abfuhr der Gelben Tonne ausgeschlossen. Die Kommune wird über diesen Ausschluss schriftlich informiert und stellt gegebenenfalls zur Sicherstellung einer geordneten Abfallentsorgung zusätzliche gebührenpflichtige Restabfallbehälter zur Verfügung.
Obwohl im Bundesdurchschnitt nur rund 16 kg/EW/Jahr Leichtverpackungen mit dem Grünen Punkt vom Handel in Umlauf gebracht werden (Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung, 2003), und nur diese Mengen über DSD einer Wiederverwertung zuzuführen sind, verzeichnet die Statistik einen stetigen Anstieg der über die Gelbe Tonne eingesammelten Mengen. Im Verbandsgebiet des ZfA und der Stadt Hemer ist im Zeitraum 2003 bis Ende 2005 ein Anstieg von über 30 Prozent zu verzeichnen. Auf die Einwohnerzahl umgerechnet bedeutet dies eine Steigerung von 43,20 kg/EW/Jahr in 2003 auf 59,45 kg/EW/Jahr in 2005. Die Leistungsbilanz des DSD weist in 2004 einen durchschnittlichen Pro-Kopf-Anteil von 26,4 kg erfasster Leichtverpackungen aus.
Die Ursache dieses Anstiegs wird jedoch nicht auf bessere oder vermehrte Sortieranstrengungen zurückgeführt, sondern auf den immer stärker werdenden und nach bisherigen Kontrollen auch sichtbaren Missbrauch der Gelben Tonne als Notausgang für Restmüll, Papier, Glas etc., was eigentlich anderen Erfassungssystemen (Graue Tonne, Depotcontainer Papier/Glas) zuzuführen ist. Der Anfang 2004 eingeführte Wechsel des Abfuhrturnusses von 4-wöchentlich auf 14-tägig unterstützt diesen negativen Trend, da mit dieser Turnusumstellung, bezogen auf einen Monat, eine Verdoppelung des Behältervolumens einhergeht.
Seit die Verpackungsverordnung 1991 in Kraft trat, wird das System "Grüner Punkt" durch intensive Beratung und Informationen begleitet. Von mangelndem Wissen um dieses System kann deshalb nicht ausgegangen werden. "Wir hoffen, dass wir durch die Kontrollen auf Fehlbefüllung auch die bislang Unbelehrbaren erreichen und zur Einsicht bringen können. Die sorgfältige Vorsortierung und richtige Befüllung der Gelben Tonne seitens der Bürger ist das A und O bei der Wiederverwertung von Wertstoffen," so Michael Wieczorek, Geschäftsführer der Lobbe Entsorgung. "Bei offensichtlichem Systemmissbrauch sind wir als Vertragsnehmer des DSD jedoch gezwungen, alle rechtlichen Möglichkeiten konsequent auszuschöpfen."
Das Entsorgungsunternehmen hofft auf Verständnis für diese Maßnahme und setzt weiterhin auf den direkten Dialog mit den Bürgern. Zu diesem Zweck wurde eine gebührenfreie Beratungshotline eingerichtet. Unter der Rufnummer 0800 - 0004526 wird von montags bis freitags in der Zeit von 8:00 bis 16:00 Uhr über das Duale System und die Behälterkontrollen informiert.

