ARTIKEL // PRESSE

Deponie Tröbitz saniert

Tröbitz. Am 14. September wurden die Sanierungsarbeiten an der ehemaligen Sonderabfalldeponie Tröbitz in Gegenwart von Ministerpräsident Platzeck abgenommen. Damit ist die größte Altlast im Elbe-Elster-Kreis wirkungsvoll und dauerhaft entschärft. Maßgeblichen Anteil daran hatte Lobbe.
 
Wer heute das Gelände der ehemaligen Sonderabfalldeponie Tröbitz betritt, traut seinen Augen nicht. Nichts erinnert mehr an die „ausblutende“ Deponie und die gespenstisch anmutende, lebensfeindliche Kloake des ölhaltigen Schadstoffsees, in dem über die Jahre auch zahlreiche Wildtiere verendeten.
 
Bis zum heutigen Zustand war es ein weiter Weg. Heftige Bürgerproteste erzwangen 1990 die Schließung der Deponie, die damals 100.000 m² im Restlochschlauch des früheren Tagebaus Domsdorf einnahm. Hier verkippten seit 1967 rund 300 Betriebe aus der gesamten DDR schadstoffhaltige feste, pastöse und flüssige Abfälle. Insgesamt wurden rund 100.000 t Abfall unkontrolliert abgelagert, darunter mindestens 1.000 t flüssige Mineralöle. Hauptbetreiber der Deponie war seinerzeit der VEB Rohr-kombinat, Stahl- und Walzwerk Riesa. Das Unternehmen ging nach der Wende auf die damalige Treuhandanstalt über und wurde liquidiert.
 
Die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten und geeigneten Sanierungsvarianten war langwierig, da es für die Deponie keinen handlungsfähigen Betreiber gab. Nach erfolgreichen Verhandlungen zwischen der Treuhand-Nachfolgerin BvS (Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben), dem brandenburgischen Umweltministerium und der Kreisverwaltung Elbe-Elster wurde 1998 die „Projektgruppe Tröbitz“ etabliert. Von nun an ging es schnell voran. Im Jahre 1999 übernahm die MGS Märkische Grundstückssanierungsgesellschaft mbH, ein Beteiligungsunternehmen der BvS, die Deponieflächen. Der Landkreis vereinbarte mit der MGS die weitere Altlastenbearbeitung. Die Refinanzierung erfolgte im Rahmen einer Freistellung nach dem Umweltrahmengesetz, für die sich das Land Brandenburg hier unter weitgehender Ausschöpfung seiner Ermessensspielräume ausgesprochen hatte. In der Folgezeit wurden mit allen Projektbeteiligten tragfähige Lösungen für die Vielzahl der anstehenden Problemstellungen erarbeitet.
 
Im Mai 2003 erfolgte der Startschuss für die Baumaßnahme. Den Zuschlag erhielt ein regionales Bieterkonsortium, bestehend aus den Firmen RWE Umwelt Ost, Betriebsstätte Lausitz und Lobbe Deutschland, NL Berlin/Brandenburg. Im Auftrag der MGS wurde zuerst das schadstoffbelastete Wasser aus dem Schadstoffsee abgepumpt, gereinigt und an einer geeigneten Stelle versickert. Anschließend wurden die kontaminierten Schlämme in einem Spezialverfahren mit Aschen verfestigt (sogenannte „Konditionierung“). Zusätzlich mussten erhebliche Mengen belasteter Sedimente unterhalb der Schlammablagerungen ausgebaggert werden. Diese wurden dann zusammen mit den konditionierten Schlämmen zur Feststoffdeponie umgelagert und an den bestehenden Deponiekörper angebaut. Die endgültige Sicherung des gesamten, ca. 30.000 m² großen Bereiches der Feststoffdeponie erfolgte durch das Abdecken mittels spezieller verschweißter Kunststoffdichtungsbahnen, den Einbau einer Dränageschicht und die abschließende Überdeckung mit unbelasteten Erdstoffen.
 
Im Zuge der Sanierungsmaßnahme wurden u.a. ca.
 
·          25.000 m³  Wasser abgepumpt, gereinigt und 30 m³ Ölphase entsorgt
·          30.000 m³  Ölschlamm konditioniert und umgelagert
·          50.000 m³ kontaminierter Boden entnommen und umgelagert
·        120.000 m³  Material im Rahmen der Böschungsprofilierung bewegt.
 
Durch die abschließende Rekultivierung der mit Folie abgedichteten Feststoffdeponie und die Begrünung der Restlochböschungen gliedert sich der verbleibende Baukörper in das Landschaftsbild ein. Im Bereich des noch vor 2 Jahren existierenden Schadstoffsees mit seinen mächtigen Ölschlammablagerungen wird in Kürze ein Mischwald entstehen.
 
Zur nachhaltigen Absicherung des erreichten Zustands wird ein umfangreiches Nachsorgeprogramm durchgeführt.
 
Die Sanierung kostete letztendlich 4 Mio. € und wurde zu 60 % vom Bund (BvS) und zu 40 % vom Land Brandenburg finanziert. Ursprüngliche Sanierungskosten-Schätzungen gingen von einem vielfach höheren Betrag aus. So war auch in diesem Punkt die Zusammenarbeit aller Beteiligten erfolgreich.

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